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Ratgeber · 18. Februar 2026

Fenster tauschen im Altbau: Kosten, U-Werte und Förderung

Von Robert Pupel Geschäftsführung Renergion
Alte Holzfenster in einem unsanierten Altbau

Neue Fenster im Altbau kosten grob 500 bis 1.400 Euro pro Stück inklusive Einbau und senken Wärmeverluste und Zugluft spürbar. Das BAFA fördert den Tausch mit 15 Prozent, sofern die neuen Fenster einen U-Wert (Uw) von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Ein wichtiger Punkt, den viele unterschätzen: Neue Fenster sind deutlich dichter als alte, deshalb müssen Sie danach bewusster lüften. Alles zum Fensteraustausch erklären wir hier ehrlich.

Wann lohnt sich der Fenstertausch?

Der Tausch lohnt sich vor allem, wenn Ihre Fenster noch einfach oder alt-zweifach verglast sind, wenn Sie im Winter Zugluft oder kalte Scheiben spüren oder wenn sich innen Kondenswasser bildet. Alte Fenster aus der Zeit vor 1995 haben oft U-Werte um 2,5 bis 3,0 W/(m²K); moderne Dreifachverglasung liegt bei 0,8 bis 0,95. Das ist rund ein Drittel des alten Wärmeverlusts. Reine Optik oder ein einzelnes klemmendes Fenster rechtfertigen den Tausch dagegen selten allein.

Wichtig für die Reihenfolge: Fenster sind meist dichter als die umgebende Wand. Wer nur die Fenster tauscht, ohne die Fassade mitzudenken, verschiebt den kältesten Punkt im Raum von der Scheibe an die Wand, wo dann eher Feuchte auftritt. Eine Energieberatung ordnet den Fenstertausch deshalb in die Gesamtsanierung ein.

Was kostet ein neues Fenster inklusive Einbau?

Fenstertyp (Standardgröße, Dreifachverglasung) Kosten pro Fenster inkl. Einbau
Kunststofffenster 500 bis 900 Euro
Holzfenster 600 bis 1.100 Euro
Holz-Aluminium-Fenster 700 bis 1.400 Euro
Zusatz: Laibungsarbeiten im Altbau 150 bis 500 Euro

Grobe Richtwerte für ein Standardfenster (etwa 1,3 x 1,3 m), inklusive Einbau und Entsorgung des alten Fensters, regional unterschiedlich, Stand: Februar 2026. Quellen: Fensterhersteller und Vergleichsportale. Bei Kastenfenstern und Laibungsschäden im Altbau kommen 20 bis 40 Prozent auf die Montage hinzu.

Für ein Einfamilienhaus mit 12 bis 15 Fenstern landen Sie damit grob bei 8.000 bis 18.000 Euro. Die Spanne ist groß, weil Material, Größe, Sprossen und der Zustand der Laibungen den Preis stark bewegen. Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie darauf, dass Einbau, Abdichtung und Entsorgung enthalten sind.

Welchen U-Wert brauchen die Fenster für die Förderung?

Für den BAFA-Zuschuss müssen die neuen Fenster einen U-Wert (Uw) von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Der Uw-Wert bezieht sich auf das gesamte Fenster aus Rahmen und Glas, nicht nur auf die Scheibe. In der Praxis erfüllt das eine gute Dreifachverglasung mit gedämmtem Rahmen. Lassen Sie sich den Uw-Wert im Angebot ausweisen, denn nur mit dem Nachweis ist die Maßnahme förderfähig.

Nach dem Tausch: Warum Sie jetzt anders lüften müssen

Das ist der ehrlichste und meistvergessene Punkt. Alte Fenster waren undicht und tauschten unbemerkt ständig Luft aus. Neue Fenster schließen dicht. Die Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen und Atmen bleibt dann im Raum, wenn Sie nicht bewusst lüften. Ohne Verhaltensänderung steigt das Schimmelrisiko, besonders an kühlen Außenwänden und in Ecken.

Die Lösung ist einfach und kostet nichts: mehrmals täglich für einige Minuten quer- oder stoßlüften statt Fenster dauerhaft zu kippen. Wo das im Alltag schwerfällt, etwa in wenig genutzten Schlafzimmern, kann eine kleine Lüftungslösung sinnvoll sein. Ein guter Fachbetrieb weist auf dieses Thema von sich aus hin.

Der Rollladenkasten als Schwachstelle

Viele Altbaufenster haben aufgesetzte Rollladenkästen. Diese Kästen sind oft schlecht gedämmt und bilden eine Wärmebrücke: eine Stelle, an der trotz neuer Fenster Wärme entweicht und sich innen Feuchte sammeln kann. Beim Fenstertausch lohnt es sich, den Rollladenkasten mitzudämmen oder auf eine gedämmte Variante umzustellen. Sonst bleibt ausgerechnet über dem neuen Fenster ein kalter Streifen zurück.

Welche Förderung gibt es für den Fenstertausch?

Fenster zählen zur Gebäudehülle und werden über die BAFA-Einzelmaßnahmen (BEG EM) gefördert: 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, gedeckelt bei 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt der Deckel auf 60.000 Euro; der zusätzliche 5-Prozentpunkte-Bonus greift für Anträge ab dem 21. Juli 2026 nur ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro und nur auf den Kostenanteil darüber. Ein reiner Fenstertausch liegt meist unter dieser Schwelle, sodass 15 Prozent gelten. Details und Rechenbeispiele unter Förderung für Dämmung, Fenster und Türen. Wer ohnehin die Fassade angeht, kombiniert das oft sinnvoll mit einer Fassadendämmung.

Häufige Fragen zum Fenstertausch

Was kostet ein neues Fenster im Altbau inklusive Einbau?
Grob 500 bis 1.400 Euro pro Fenster in Standardgröße mit Dreifachverglasung, je nach Rahmenmaterial und Einbausituation. Kunststoff ist am günstigsten, Holz-Aluminium am teuersten. Im Altbau kommen oft 150 bis 500 Euro für Laibungsarbeiten pro Fenster hinzu. Die Werte sind grobe Richtwerte und regional unterschiedlich.
Welchen U-Wert müssen neue Fenster für die Förderung haben?
Für die BAFA-Förderung darf der U-Wert des gesamten Fensters (Uw) höchstens 0,95 W/(m²K) betragen. Das erreicht in der Regel eine gute Dreifachverglasung mit gedämmtem Rahmen. Lassen Sie sich den Uw-Wert im Angebot ausweisen, denn ohne diesen Nachweis ist die Maßnahme nicht förderfähig.
Bekomme ich Schimmel durch neue Fenster?
Nicht durch die Fenster selbst, aber durch falsches Lüften danach. Neue Fenster sind viel dichter als alte, deshalb bleibt Feuchtigkeit im Raum, wenn Sie nicht bewusst stoß- oder querlüften. Wer mehrmals täglich kurz lüftet und Wärmebrücken wie den Rollladenkasten mitdämmt, hat kein erhöhtes Risiko.
Wie viel Förderung gibt es für neue Fenster?
15 Prozent der förderfähigen Kosten über die BAFA-Einzelmaßnahmen, sofern die Fenster den U-Wert Uw von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Der Förderdeckel liegt bei 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr, mit individuellem Sanierungsfahrplan bei 60.000 Euro. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.

Quellen: prüfen Sie unsere Zahlen nach

Die Kostenspannen sind grobe Richtwerte aus Fensterherstellern und Vergleichsportalen, abgerufen im Februar 2026; die Förderzahlen und der U-Wert stammen von der offiziellen BAFA-Programmseite und zeigen die Konditionen für Anträge ab dem 21. Juli 2026. Prüfen Sie die Bedingungen gern selbst nach.