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Maßnahme · Gebäudehülle

Fassadendämmung: Kosten, Varianten und Förderung

Handwerker mit Schutzweste auf einer Fassaden-Baustelle

Über die Außenwände verliert ein ungedämmter Altbau 20 bis 35 Prozent seiner Heizwärme. Eine fachgerechte Fassadendämmung senkt den Heizbedarf im Schnitt um rund 19 Prozent und ist damit meist die wirksamste Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Das BAFA bezuschusst sie mit 15 Prozent der Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan steigt der Kostendeckel auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Welche Variante zu Ihrem Haus passt, hängt vor allem vom Wandaufbau ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fassade ist meist die größte zusammenhängende Fläche der Gebäudehülle und damit der größte Wärmeverlust-Posten.

  • Die günstigste Variante ist die Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk (rund 20 bis 60 Euro pro m²), die aufwendigste eine vorgehängte hinterlüftete Fassade.

  • Im Schnitt sparen Sie rund 19 Prozent Heizenergie, der genaue Wert hängt vom Ausgangszustand ab.

  • BAFA-Zuschuss: 15 Prozent, mit Sanierungsfahrplan bis zu 10.500 Euro pro Jahr.

  • Wichtig: Antrag immer vor der Beauftragung stellen, sonst entfällt die Förderung.

Was ist eine Fassadendämmung?

Eine Fassadendämmung bringt eine zusätzliche Dämmschicht an die Außenwände Ihres Hauses. Diese Schicht bremst den Wärmestrom von innen nach außen: Die Wand bleibt innen wärmer, die Heizung muss weniger nachliefern. Gleichzeitig steigt die Oberflächentemperatur der Innenwände, was Zugluft und Schimmel in kalten Ecken vorbeugt.

Welche Variante infrage kommt, entscheidet der Wandaufbau: Ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht lässt sich sehr günstig ausblasen. Eine einschalige Wand braucht dagegen eine Dämmschicht von außen oder, wenn die Fassade erhalten bleiben soll, von innen.

Welche Varianten gibt es?

  • Kerndämmung (Einblasdämmung): Nur bei zweischaligem Mauerwerk möglich. Dämmstoff wird durch kleine Bohrlöcher in die Luftschicht zwischen den beiden Wandschalen eingeblasen. Das ist die mit Abstand günstigste Variante, meist ohne Gerüst und in ein bis zwei Tagen erledigt.

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Der Klassiker bei einschaligen Wänden. Dämmplatten werden von außen aufgeklebt und gedübelt, darüber kommen Gewebe und Putz. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, verändert aber das Erscheinungsbild der Fassade.

  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF): Dämmung plus eine auf Abstand montierte Bekleidung, etwa aus Holz, Faserzement oder Klinker. Sehr langlebig und bauphysikalisch robust, dafür die teuerste Variante.

  • Innendämmung (Sonderfall): Kommt zum Einsatz, wenn die Fassade erhalten bleiben muss, etwa bei Fachwerk oder unter Denkmalschutz. Sie ist bauphysikalisch anspruchsvoll (Feuchte- und Taupunktrisiko) und gehört in fachkundige Hände.

Was kostet eine Fassadendämmung?

Variante Kosten pro m² (inkl. Einbau)
Kerndämmung / Einblasdämmung (zweischaliges Mauerwerk) 20 bis 60 Euro
Innendämmung (Sonderfall Denkmalschutz) 50 bis 100 Euro
Wärmedämmverbundsystem (WDVS) 130 bis 200 Euro
Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) 180 bis 300 Euro

Grobe Richtwerte inkl. Material und Montage, regional und je nach Fassadenzustand unterschiedlich. Bei WDVS und VHF sind Gerüst und Putz bzw. Bekleidung enthalten. Quellen: co2online.de und energie-fachberater.de, Stand Juli 2026.

Wie viel Energie sparen Sie?

Über die Außenwände gehen bei einem ungedämmten Altbau 20 bis 35 Prozent der Heizwärme verloren. Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung holt davon einen großen Teil zurück: Im Durchschnitt sinkt der Heizenergiebedarf um rund 19 Prozent. Wie viel es bei Ihnen wird, hängt vom Ausgangszustand der Wände, von der gewählten Dämmstärke und von Ihrem Heizverhalten ab. Seriös beziffern lässt sich das erst nach einer Bestandsaufnahme vor Ort, pauschale Versprechen sollten Sie kritisch sehen.

Welche Förderung gibt es?

Die Fassadendämmung gehört zur Gebäudehülle und wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BAFA) bezuschusst: 15 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan steigt dieser Deckel auf 60.000 Euro. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gilt für Anträge ab dem 21. Juli 2026 nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro und nur auf den Kostenanteil darüber; maximal sind so 10.500 Euro Zuschuss pro Jahr möglich. Die Mindestinvestition beträgt 300 Euro brutto. Damit die Förderung fließt, muss die gedämmte Außenwand die technischen Mindestanforderungen des BAFA erfüllen (U-Wert maximal 0,20 W/(m²K)).

So läuft die Fassadendämmung ab

  1. 1. Unabhängige Beratung. Eine Energieberatung klärt den Wandaufbau, die passende Variante und ob sich der Sanierungsfahrplan lohnt. So vermeiden Sie teure Fehlentscheidungen, bevor Geld fließt.

  2. 2. Angebote einholen. Holen Sie mehrere Angebote von Fachbetrieben ein und achten Sie darauf, dass der geforderte U-Wert im Angebot steht.

  3. 3. Förderantrag stellen. Erst den Antrag beim BAFA einreichen, dann den Auftrag erteilen. Der Energie-Effizienz-Experte bestätigt die technischen Anforderungen.

  4. 4. Ausführung. Der Fachbetrieb bringt die Dämmung an. Bei WDVS und VHF dauert das je nach Fassadengröße ein bis mehrere Wochen, eine Einblasdämmung oft nur ein bis zwei Tage.

  5. 5. Nachweis und Auszahlung. Nach Abschluss reichen Sie die Rechnungen und den Fachnachweis ein, der Zuschuss wird ausgezahlt.

Häufige Fehler

  • Zuerst den Handwerker beauftragen und erst danach die Förderung beantragen. Das kostet den kompletten Zuschuss.

  • Die Dämmstärke zu knapp wählen, um zu sparen. Die technischen Mindestanforderungen des BAFA werden dann verfehlt und die Wirkung bleibt hinter dem Möglichen zurück.

  • Wärmebrücken an Fensterlaibungen, Rollladenkästen und Balkonen übersehen. Genau dort entstehen sonst kalte Stellen und Schimmel.

  • Bei einschaligen Wänden eine Innendämmung ohne bauphysikalische Planung ausführen. Falsch gemacht, wandert der Taupunkt in die Wand und es wird feucht.

  • Die Fassade dämmen, ohne die Reihenfolge der Gesamtsanierung zu bedenken. Wer später die Heizung tauscht, sollte die Hülle vorher ertüchtigen.

Häufige Fragen zur Fassadendämmung

Was kostet eine Fassadendämmung pro m²?
Das hängt stark von der Variante ab. Eine Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk kostet rund 20 bis 60 Euro pro m² und ist am günstigsten. Ein Wärmedämmverbundsystem liegt bei etwa 130 bis 200 Euro, eine vorgehängte hinterlüftete Fassade bei 180 bis 300 Euro pro m². Das sind grobe Richtwerte inklusive Einbau, regional unterschiedlich.
Wie viel Heizenergie spart eine Fassadendämmung?
Im Durchschnitt rund 19 Prozent. Über ungedämmte Außenwände verliert ein Altbau 20 bis 35 Prozent seiner Heizwärme, davon lässt sich mit einer fachgerechten Dämmung ein großer Teil zurückholen. Der genaue Wert hängt vom Ausgangszustand, der Dämmstärke und dem Heizverhalten ab.
Welche Fassadendämmung ist die günstigste?
Die Kerndämmung, auch Einblasdämmung genannt. Sie ist aber nur bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht möglich. Dabei wird Dämmstoff durch kleine Bohrlöcher in den Hohlraum eingeblasen, meist ohne Gerüst und in ein bis zwei Tagen.
Wie hoch ist die Förderung für die Fassadendämmung 2026?
Das BAFA fördert die Dämmung der Fassade mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Mit individuellem Sanierungsfahrplan steigt der Deckel auf 60.000 Euro; der 5-Prozent-Bonus gilt für Anträge ab dem 21. Juli 2026 nur auf den Kostenanteil über 30.000 Euro. Der Antrag muss vor Vorhabensbeginn gestellt werden.
Kann ich die Fassade auch von innen dämmen?
Ja, aber nur als Sonderfall, etwa wenn die Fassade erhalten bleiben soll oder unter Denkmalschutz steht. Eine Innendämmung ist bauphysikalisch anspruchsvoll, weil der Taupunkt in die Wand wandern und Feuchte entstehen kann. Sie gehört deshalb in fachkundige Planung.

Quellen: prüfen Sie unsere Zahlen nach

Die Förderzahlen stammen von der offiziellen BAFA-Programmseite (Stand Juli 2026, Konditionen für Anträge ab dem 21. Juli 2026), die Kosten- und Einsparwerte von unabhängigen Verbraucherportalen. Weiterführend: Fassadendämmung Kosten im Detail und die passende Ergänzung Fensteraustausch. Verlassen Sie sich nicht allein auf uns, prüfen Sie die Bedingungen gern selbst nach.