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Maßnahme · Heiztechnik

Wärmepumpen: Funktion, Kosten und Förderung

Wärmepumpen-Außeneinheit neben einem modernen Wohnhaus

Die Wärmepumpe ist der häufigste Weg aus Öl und Gas und die am stärksten geförderte Heizung. Sie gewinnt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und macht sie mit Strom nutzbar. Für Anträge ab dem 21. Juli 2026 gibt es 30 Prozent Grundförderung, mit Boni bis zu 80 Prozent von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten, also bis zu 22.400 Euro Zuschuss. Diese Seite gibt den kompakten Überblick; die Details vertiefen unser Ratgeber Wärmepumpe 2026: Kosten und wann sie sich lohnt und die Wärmepumpen-Förderung 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wärmepumpe heizt mit Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und braucht dafür nur Strom für den Antrieb.

  • Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit rund 25.000 bis 35.000 Euro die günstigste und häufigste Bauart, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen arbeiten effizienter, kosten aber mehr.

  • Entscheidend für den Altbau ist die Vorlauftemperatur: Kommt Ihr Haus im Winter mit etwa 50 Grad Vorlauf aus, ist es wärmepumpentauglich.

  • Die Förderung (KfW 458) beträgt 30 Prozent Grundförderung, mit Boni bis zu 80 Prozent, maximal 22.400 Euro Zuschuss.

  • Vor die Wärmepumpe gehört eine Heizlastberechnung, keine Schätzung: nur so wird die Anlage richtig dimensioniert.

Wie heizt eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Sie entzieht der Umgebung (der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser) Wärme, hebt diese über einen Kältemittelkreislauf und einen Verdichter auf eine nutzbare Temperatur an und gibt sie an das Heizsystem ab. Für den Verdichter braucht sie Strom.

Der Clou: Aus einer Kilowattstunde Strom werden je nach Anlage und Gebäude drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Dieses Verhältnis heißt Jahresarbeitszahl (JAZ). Je höher die JAZ, desto weniger Strom verbraucht die Wärmepumpe für dieselbe Wärme. Gute Luft-Wasser-Anlagen erreichen im Bestand eine JAZ von etwa 3,0 bis 4,0, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen 4,0 bis 5,0.

Welche Varianten gibt es?

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: nutzt die Außenluft als Wärmequelle. Günstig in der Anschaffung, ohne Bohrung oder Genehmigung schnell installiert, deshalb mit großem Abstand die häufigste Bauart. Bei sehr niedrigen Temperaturen sinkt die Effizienz etwas.

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): holt die Wärme über Erdsonden oder Flächenkollektoren aus dem Boden. Höhere Effizienz und stabile Werte übers Jahr, dafür Erschließungskosten für die Bohrung und je nach Bundesland eine Genehmigung.

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: nutzt Grundwasser als Quelle, die effizienteste Variante. Sie setzt geeignetes Grundwasser, zwei Brunnen und eine wasserrechtliche Genehmigung voraus und ist deshalb nur an passenden Standorten sinnvoll.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Bauart Kosten inkl. Installation Effizienz (JAZ)
Luft-Wasser-Wärmepumpe 25.000 bis 35.000 Euro ca. 3,0 bis 4,0
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) 35.000 bis 50.000 Euro ca. 4,0 bis 5,0
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) 35.000 bis 50.000 Euro ca. 4,5 bis 5,0

Grobe Richtwerte für ein Einfamilienhaus inklusive Installation, vor Förderung; regional und je nach Gebäude unterschiedlich. Bei Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen entfallen 5.000 bis 10.000 Euro auf die Erschließung der Wärmequelle (Bohrung, Brunnen). Quellen: co2online und Branchenangaben, Stand Juli 2026.

Die Gesamtkosten hängen stark vom Gebäude ab: von der Heizlast, den vorhandenen Heizflächen und den nötigen Nebenarbeiten wie hydraulischem Abgleich und Pufferspeicher. Ein Pauschalpreis ohne Blick auf Ihr Haus ist deshalb wenig wert. Liegt Ihnen schon ein Angebot vor, prüfen wir es im kostenlosen Angebots-Check unabhängig auf Preis, Technik und Förderung.

Wie viel Energie sparen Sie?

Die Ersparnis hängt vor allem davon ab, welche Heizung Sie ersetzen und wie gut das Haus gedämmt ist. Gegenüber einer alten Öl- oder Gasheizung liegen die jährlichen Heizkosten mit einer Wärmepumpe im Schnitt spürbar niedriger, weil aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme werden. Genaue Zahlen liefert nur eine Berechnung für Ihr Gebäude: Wer eine hohe JAZ und einen günstigen Wärmepumpenstromtarif kombiniert, spart mehr; ein ungedämmter Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen spart weniger. Deshalb steht am Anfang die ehrliche Rechnung, nicht das Verkaufsversprechen.

Welche Förderung gibt es?

Die Wärmepumpe ist der häufigste Fall der KfW-Heizungsförderung (Programm 458): 30 Prozent Grundförderung für jedes Gebäude. Mit dem Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch einer alten Heizung und dem einkommensabhängigen Bonus steigt der Satz auf bis zu 80 Prozent von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten, also bis zu 22.400 Euro Zuschuss für ein selbstgenutztes Einfamilienhaus. Den Höchstsatz erreicht aber nur, wer alle Bonus-Bedingungen erfüllt. Wer welchen Bonus bekommt, steht im Detail in der Wärmepumpen-Förderung 2026 und im Überblick zur Heizungsförderung.

So läuft die Maßnahme ab

  1. 1. Unabhängige Beratung. In einer Energieberatung klären wir, ob Ihr Haus wärmepumpentauglich ist und ob vorher Maßnahmen an der Gebäudehülle sinnvoll sind. Bei größeren Sanierungen legt der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) die richtige Reihenfolge fest.

  2. 2. Heizlast berechnen. Eine fachgerechte Heizlastberechnung bestimmt die passende Größe der Anlage. Zu groß gewählt kostet unnötig, zu klein heizt im Winter nicht durch.

  3. 3. Angebote einholen und prüfen. Holen Sie mehrere Angebote ein; für dieselbe Anlage streuen die Preise erheblich. Unser Angebots-Check bewertet ein Angebot unabhängig, bevor Sie unterschreiben.

  4. 4. Förderung beantragen. Der KfW-Antrag wird vor der Beauftragung gestellt.

  5. 5. Einbau und Inbetriebnahme. Nach dem Einbau sorgen hydraulischer Abgleich und richtige Einstellung dafür, dass die Wärmepumpe effizient läuft.

Häufige Fehler

  • Die Anlage wird ohne Heizlastberechnung dimensioniert und ist am Ende zu groß oder zu klein.

  • Die Vorlauftemperatur wird nicht geprüft, obwohl sie über die Effizienz im Altbau entscheidet.

  • Der hydraulische Abgleich fehlt, sodass die Wärmepumpe mehr Strom verbraucht als nötig.

  • Der Förderantrag wird erst nach der Beauftragung gestellt: Damit ist die Förderung verloren.

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?
In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist, ob das Haus mit niedrigen Vorlauftemperaturen warm wird. Ein einfacher Praxistest: Kommt Ihr Haus im Winter mit etwa 50 Grad Vorlauf aus, ist es wärmepumpentauglich. Bei ungedämmten Altbauten lohnt oft die Reihenfolge, erst gezielt zu dämmen und dann die passend dimensionierte Wärmepumpe einzubauen.
Welche Wärmepumpe ist die richtige für mich?
Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Lösung, weil sie ohne Bohrung auskommt. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen arbeiten effizienter und lohnen sich, wenn der Standort passt und die höheren Erschließungskosten über viele Jahre wieder hereinkommen. Was zu Ihrem Gebäude passt, klärt die Beratung.
Wie viel Förderung gibt es für eine Wärmepumpe 2026?
30 Prozent Grundförderung über die KfW-Heizungsförderung 458, mit Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus bis zu 80 Prozent von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten. Das ergibt bis zu 22.400 Euro Zuschuss für ein selbstgenutztes Einfamilienhaus (Konditionen für Anträge ab dem 21. Juli 2026).
Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Installation grob 25.000 bis 35.000 Euro, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen 35.000 bis 50.000 Euro. Das sind Richtwerte vor Förderung; die tatsächlichen Kosten hängen von Heizlast, Heizflächen und Nebenarbeiten ab.
Brauche ich für die Wärmepumpen-Förderung einen Sanierungsfahrplan?
Nein, für die KfW-Heizungsförderung 458 ist kein iSFP erforderlich. Er lohnt sich aber, wenn Sie zusätzlich die Gebäudehülle sanieren wollen, denn dort verdoppelt er die förderfähigen Höchstkosten und schaltet den iSFP-Bonus frei.

Quellen: prüfen Sie unsere Zahlen nach

Die Förderzahlen stammen von der offiziellen Programmseite der KfW, die Kosten- und Effizienzangaben aus seriösen Branchen- und Verbraucherquellen. Verlassen Sie sich nicht auf uns: Prüfen Sie die Bedingungen gern selbst nach.