Die Energieeffizienzklasse ordnet Ihr Haus auf einer Skala von A+ (sehr sparsam) bis H (sehr hoch im Verbrauch) ein. Maßstab ist der Energiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, abgekürzt kWh/(m²·a). Ein Neubau nach heutigem Standard liegt meist bei A+ oder A (unter 50 kWh), ein unsanierter Altbau oft bei G oder H (über 200 kWh). Der bundesweite Durchschnitt liegt bei Klasse D. Die Klasse steht im Energieausweis und ist gesetzlich in Anlage 10 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) festgelegt.
Die Energieeffizienzklassen von A+ bis H im Überblick
Es gibt neun Klassen. Sie richten sich nach dem Endenergiebedarf, also nach der Energiemenge, die ein Gebäude rechnerisch pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr für Heizung und Warmwasser braucht. Je niedriger der Wert, desto besser die Klasse.
| Klasse | Energiebedarf in kWh/(m²·a) | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| A+ | bis 30 | Effizienzhaus, Passivhaus-Niveau |
| A | 30 bis 50 | Neubau nach aktuellem Standard |
| B | 50 bis 75 | gut gedämmter Neubau oder Sanierung |
| C | 75 bis 100 | moderner oder gut sanierter Bestand |
| D | 100 bis 130 | bundesweiter Durchschnitt |
| E | 130 bis 160 | teilsanierter Altbau |
| F | 160 bis 200 | Altbau mit Sanierungsbedarf |
| G | 200 bis 250 | unsanierter Altbau |
| H | über 250 | unsanierter Altbau, hoher Verbrauch |
Quelle: Gebäudeenergiegesetz (GEG), Anlage 10 zu § 86. Stand: Januar 2026. Die Einordnung in der rechten Spalte ist eine grobe Orientierung, kein fester Wert; das tatsächliche Baujahr streut je nach Bausubstanz und Vorsanierungen.
Wichtig: Die Skala bewertet die Energiemenge pro Quadratmeter, nicht den Zustand einzelner Bauteile. Zwei Häuser mit gleicher Klasse können ganz unterschiedlich gebaut sein. Die Klasse ist ein schneller Vergleichswert, keine vollständige Diagnose.
Was bedeutet die Klasse für Heizkosten und Baujahr?
Als Faustregel gilt: Je besser die Klasse, desto niedriger die Heizkosten. Ein Haus in Klasse A oder B verbraucht rechnerisch weniger als ein Drittel dessen, was ein Haus in Klasse G oder H benötigt. In Euro lässt sich das nicht seriös pauschalisieren, weil Heizkosten auch vom Energieträger, vom Heizverhalten und vom aktuellen Preisniveau abhängen. Die Klasse zeigt aber verlässlich die Größenordnung: Ein Sprung von G auf C halbiert den rechnerischen Bedarf mindestens.
Beim Baujahr gibt es einen groben Zusammenhang: Häuser aus der Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 landen ohne Sanierung meist in F bis H. Gebäude ab den 2000er Jahren erreichen häufig C oder besser. Entscheidend ist aber nicht das Baujahr, sondern was seither gedämmt und modernisiert wurde. Ein sanierter Altbau schlägt einen vernachlässigten Neubau.
Warum die Klasse bei Kauf und Verkauf zählt
Wer ein Haus verkauft oder vermietet, muss einen gültigen Energieausweis vorlegen. Die Energieeffizienzklasse gehört seit 2014 in jede Immobilienanzeige. Für Käuferinnen und Käufer ist sie ein erster Anhaltspunkt für die zu erwartenden Betriebskosten und den Sanierungsbedarf. Eine schwache Klasse ist kein Ausschlusskriterium, aber sie sollte in den Kaufpreis und in Ihre Sanierungsplanung einfließen.
Ein häufiges Missverständnis: Es gibt zwei Arten von Energieausweisen, den Bedarfs- und den Verbrauchsausweis. Sie kommen zu unterschiedlichen Werten, weil der eine das Gebäude rechnet und der andere die Abrechnungen der Vorbewohner nutzt. Welcher aussagekräftiger ist und wann welcher Pflicht ist, erklären wir im Ratgeber Energieausweis: Bedarf oder Verbrauch?.
Wie verbessern Sie die Energieeffizienzklasse?
Eine bessere Klasse erreichen Sie über die klassischen Sanierungshebel. In welcher Reihenfolge sich das für Ihr Haus lohnt, klärt am besten eine unabhängige Energieberatung, bevor Sie das erste Angebot einholen. Die wirksamsten Maßnahmen:
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Dämmung der Gebäudehülle: Dach, Fassade, oberste Geschossdecke und Kellerdecke senken den Wärmeverlust am stärksten. Ein Überblick über alle Sanierungsmaßnahmen zeigt, was zu Ihrem Haus passt.
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Fenstertausch: Neue Fenster mit guter Verglasung reduzieren Wärmebrücken und Zugluft.
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Heizungstausch: Eine Wärmepumpe statt Öl oder Gas verbessert den Endenergiewert deutlich, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme macht.
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Lüftung und Heizungsoptimierung: Hydraulischer Abgleich und eine kontrollierte Lüftung holen den Rest.
Realistisch sind über mehrere Maßnahmen zwei bis drei Klassensprünge, etwa von G auf D oder C. Der einzelne Fenstertausch allein hebt die Klasse dagegen kaum, weil er nur einen kleinen Teil der Wärmeverluste betrifft.
Häufige Fragen zur Energieeffizienzklasse
- Welche Energieeffizienzklasse ist gut?
- Als gut gelten die Klassen A+ bis C, also ein Energiebedarf bis rund 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Klasse D entspricht dem bundesweiten Durchschnitt. Alles ab E zeigt spürbaren Sanierungsbedarf, ab G handelt es sich meist um einen unsanierten Altbau.
- Welche Klasse hat ein normales Haus?
- Der bundesweite Durchschnitt liegt bei Klasse D, also 100 bis 130 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Unsanierte Altbauten aus der Zeit vor 1977 erreichen ohne Modernisierung häufig nur F bis H, moderne oder sanierte Häuser dagegen C oder besser.
- Wo finde ich die Energieeffizienzklasse meines Hauses?
- Die Klasse steht im Energieausweis, meist als farbiger Pfeil auf der Skala von A+ bis H. Bei Verkauf und Vermietung muss sie zusätzlich in der Immobilienanzeige stehen. Ohne Energieausweis lässt sich die Klasse nur grob schätzen; für einen belastbaren Wert braucht es eine Berechnung durch eine Fachperson.
- Kann ich die Energieeffizienzklasse verbessern?
- Ja, über Dämmung, Fenstertausch und einen Heizungswechsel. Über mehrere Maßnahmen sind zwei bis drei Klassensprünge realistisch. Welche Reihenfolge sich für Ihr Haus rechnet, klärt eine unabhängige Energieberatung, idealerweise mit einem Sanierungsfahrplan.
Quellen: prüfen Sie unsere Zahlen nach
Die Klassengrenzen in diesem Ratgeber stammen aus Anlage 10 des Gebäudeenergiegesetzes, abgerufen im Januar 2026. Verlassen Sie sich nicht auf uns: Prüfen Sie die Werte gern selbst nach.
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Gebäudeenergiegesetz (GEG), Anlage 10 zu § 86: die gesetzliche Einteilung der Energieeffizienzklassen A+ bis H mit den zugehörigen kWh-Bereichen.
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GEG § 86: Regelungen zum Energieausweis und zur Angabe der Energieeffizienzklasse.