Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie beantwortet eine einfache Frage: Wie viele Kilowattstunden Wärme macht die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom, über ein ganzes Jahr gerechnet? Eine JAZ von 4 heißt, aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Heizwärme. Je höher die JAZ, desto niedriger die Stromrechnung. Im gut gedämmten Neubau sind Werte um 4 üblich, im teilsanierten Altbau eher 2,5 bis 3,2. Dieser Ratgeber erklärt die Zahl in einfacher Sprache, grenzt sie von COP und SCOP ab und rechnet an einem Beispiel vor, was sie kostet.
Was bedeutet die Jahresarbeitszahl?
Die JAZ ist ein Mittelwert über ein ganzes Betriebsjahr. Sie erfasst alles, was im echten Betrieb passiert: kalte und milde Tage, die Warmwasserbereitung, das Abtauen des Verdampfers im Winter und kurze Stillstände. Genau deshalb ist sie ehrlicher als jeder Prospektwert. Ein Beispiel: Verbraucht Ihre Wärmepumpe in einem Jahr 4.000 Kilowattstunden Strom und liefert dafür 14.000 Kilowattstunden Wärme, beträgt die JAZ 3,5.
JAZ, COP und SCOP: wo ist der Unterschied?
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COP (Leistungszahl): ein Laborwert, gemessen auf dem Prüfstand bei festen Normbedingungen, also nur eine Momentaufnahme. Steht im Datenblatt, sagt aber wenig über Ihr Haus.
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SCOP (jahreszeitbezogener COP): rechnet mehrere Außentemperaturen ein und kommt der Realität näher. Bleibt aber eine Normgröße ohne Ihr konkretes Gebäude und Nutzerverhalten.
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JAZ (Jahresarbeitszahl): der tatsächlich gemessene Wert im Betrieb, über ein Jahr in Ihrem Haus. Die einzige Zahl, die Ihre echten Heizkosten widerspiegelt.
Als Faustregel liegt die reale JAZ meist rund 0,2 bis 0,5 Punkte unter dem SCOP, weil Systemverluste und die Warmwasserbereitung im Labor nicht voll abgebildet werden. Wer ein Angebot vergleicht, sollte deshalb nicht den schönsten Datenblattwert glauben, sondern nach einer realistischen JAZ-Prognose für sein Gebäude fragen.
Welche JAZ-Werte sind realistisch?
| Gebäude und Heizsystem | Typische JAZ (Luft-Wasser) |
|---|---|
| Gut gedämmter Neubau mit Fußbodenheizung | 3,8-4,5 |
| Saniertes Einfamilienhaus, gemischtes System | 3,0-3,8 |
| Teilsanierter Altbau mit Heizkörpern | 2,5-3,2 |
| Erdwärme-Anlage (Sole-Wasser) | 4,0-4,5 |
Grobe Richtwerte für Luft-Wasser-Wärmepumpen, Stand 2026. Erdwärme-Anlagen liegen höher. Die Fraunhofer-ISE-Feldtests im Bestand ergaben im Mittel 3,4 bei Luft-Wasser- und 4,3 bei Erdwärme-Anlagen. Quellen: Fraunhofer ISE sowie Fachportale, abgerufen im Juli 2026.
Rechenbeispiel: was die JAZ an Heizkosten ausmacht
Die Stromkosten einer Wärmepumpe lassen sich grob so schätzen: Wärmebedarf geteilt durch JAZ, mal Strompreis. Nehmen wir ein Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 15.000 Kilowattstunden pro Jahr und einen Wärmepumpen-Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde (grober Richtwert für einen Wärmepumpentarif, Stand 2026):
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JAZ 2,8 (teilsanierter Altbau): 15.000 geteilt durch 2,8 sind rund 5.360 Kilowattstunden Strom, also etwa 1.340 Euro Heizstrom pro Jahr.
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JAZ 3,5 (saniert): rund 4.290 Kilowattstunden, also etwa 1.070 Euro pro Jahr.
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JAZ 4,3 (Erdwärme oder Neubau): rund 3.490 Kilowattstunden, also etwa 870 Euro pro Jahr.
Der Unterschied zwischen JAZ 2,8 und 4,3 sind in diesem Beispiel rund 470 Euro pro Jahr, über zwanzig Jahre also mehrere tausend Euro. Genau deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf in eine hohe JAZ zu investieren: durch niedrige Vorlauftemperaturen, gute Auslegung und einen hydraulischen Abgleich.
Was verschlechtert die JAZ?
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Hohe Vorlauftemperatur: der größte Hebel. Jedes Grad weniger spart Strom. Kleine Heizkörper und schlechte Dämmung zwingen die Anlage zu höheren Temperaturen.
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Fehlender hydraulischer Abgleich: ungleich verteilte Wärme zwingt zu höherer Vorlauftemperatur für die kältesten Räume.
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Zu groß dimensionierte Anlage: sie taktet häufig, schaltet also ständig an und aus, was die Effizienz drückt und den Verschleiß erhöht.
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Hohe Warmwassertemperatur: Warmwasser mit sehr hoher Temperatur kostet überproportional viel Strom.
Häufige Fragen
- Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?
- Als Faustregel gilt eine JAZ ab 3 als wirtschaftlich, ab 4 als sehr gut. Im gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung sind 3,8 bis 4,5 üblich, im teilsanierten Altbau mit Heizkörpern eher 2,5 bis 3,2. Erdwärme-Anlagen liegen meist über 4.
- Was ist der Unterschied zwischen JAZ und COP?
- Der COP ist ein Laborwert, gemessen auf dem Prüfstand unter festen Normbedingungen, also nur eine Momentaufnahme. Die JAZ ist der tatsächlich gemessene Durchschnitt über ein ganzes Jahr im echten Betrieb. Nur die JAZ spiegelt Ihre realen Heizkosten wider. Der SCOP liegt dazwischen und ist eine genauere Normgröße als der COP.
- Wie berechne ich die Stromkosten aus der JAZ?
- Grob so: jährlicher Wärmebedarf geteilt durch die JAZ ergibt den Stromverbrauch, mal dem Strompreis ergibt die Kosten. Beispiel: 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf geteilt durch eine JAZ von 3,5 sind rund 4.290 Kilowattstunden Strom. Bei 25 Cent pro Kilowattstunde entspricht das etwa 1.070 Euro pro Jahr.
- Wie verbessere ich die JAZ meiner Wärmepumpe?
- Der größte Hebel ist eine niedrige Vorlauftemperatur. Ein hydraulischer Abgleich, ausreichend große Heizflächen, eine gute Dämmung, die richtige Dimensionierung und eine moderate Warmwassertemperatur heben die JAZ spürbar an.
Quellen: prüfen Sie unsere Zahlen nach
Die Effizienzwerte stammen aus den Feldstudien des Fraunhofer ISE und aus Fachportalen (abgerufen im Juli 2026). Die Kostenbeispiele sind grobe Richtwerte und hängen von Ihrem Strompreis und Wärmebedarf ab. Verlassen Sie sich nicht auf uns: Prüfen Sie die Angaben gern selbst nach.
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Fraunhofer ISE: Wärmepumpen sind auch im Bestand effizient und klimafreundlich: gemessene Jahresarbeitszahlen aus dem Feldtest im Gebäudebestand.